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Warum Pflanzenöl - Rapsöl ?

„Das Steinzeitalter ist nicht aus Mangel an Steinen zu Ende gegangen“
Ein Erlenmayerkolben mit kaltgepresstem Rapsöl

dieses Zitat stammt ausgerechnet von Herrn Vahrenholt, einem Vorstandsmitglied der Dt. Shell AG, der in einer Fernsehsendung auf den Ausstieg seines Konzerns aus dem Erdölgeschäft hinwies – allerdings erst in fünfzig Jahren. Doch gerade diese Aussage bringt es auf den Punkt. Oft wird über die zeitlichen Reichweiten fossiler Energie-träger debattiert und ohne es zu merken, lenkt dies von der eigentlichen Problematik ab. Grundsätzlich sind die fossilen Energieträger dank der Fähigkeit der Photosynthese, die übrigens nur die Pflanzen und ein paar Bakterien besitzen, entstanden. Denn vor ca. 4,5 Milliarden Jahren, war es nur aus dem Schutz des Urmeeres heraus einigen Lebewesen möglich die Atmosphäre, so wie wir Sie heute kennen, durch Entzug des Treibhausgases CO 2 aufzubauen. Dieser Vorgang beanspruchte mehrere Milliarden Jahre. Wir Menschen sind seit etwa 200 Jahren dabei, über die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas diesen „Flaschengeist CO2“, wieder zu befreien und uns letztlich so den Lebensraum streitig zu machen.

An einem Tag verbrennen wir über die fossilen Energieträger soviel, wie die Natur in 500.000 Tagen erzeugt hat.


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Unsere Erde ist etwa 4500 000 000 Jahre alt. Im Vergleich dieser Zeitspanne mit dem Leben eines 45-jährigen Menschen traten die ersten Säugetiere vor acht Monaten in Erscheinung, die ersten Menschen gar erst vor wenigen Tagen. Den Ackerbau lernt der Mensch vor etwa einer Stunde. Die Industrielle Revolution begann erst vor einer Minute. In diesen 60 Sekunden hat der Mensch die Rohstoffreserven des blauen Planeten Erde geplündert, Boden, Luft und Wasser verseucht und unzählige Tiere und Pflanzen ausgerottet. Deshalb Taten statt Warten !

(Zitat aus einer Broschüre d. Amtes für Umwelt und Naturschutz d. Landkreises Marburg-Biedenkopf)



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Erschwerend bei der Diskussion bzw. Werbung für eine Akzeptanz und breite Einführung umweltfreundlicher Verhaltensweisen ist der scheinbar fehlende kausale Zusammenhang zwischen dem Verbrauch fossiler Energien und deren Folgeerscheinungen bezüglich klimatischer und soziologischer Auswirkungen. Diese wirken sich oft erst Generationen später aus.

Zum Beispiel wurde bezüglich der Bekämpfung der Treibhausgase ein Zeitraum von 50 – 200 Jahren errechnet bis die ersten spürbaren Auswirkungen einer totalen CO 2-Einsparung sichtbar werden. Des weiteren müssen wir mit der Bequemlichkeit und Trägheit rechnen, die uns gerade dazu verleitet unangenehmen Maßnahmen aus dem Weg zu gehen und diese in die Zukunft zu transferieren.

Sich auf zukünftige Verhaltensweisen einzustellen, heißt heute in erster Linie, sich vor allem der Gegenwart zu stellen. Wer alle Möglichkeiten der Gegenwart ausschöpft, das heißt auch die eigenen Fähigkeiten klug entfaltet und einsetzt, ist am besten auf die Zukunft vorbereitet.

Für eine schnellstmögliche Umkehr und (Rück-) Besinnung auf regenerative Energien sprechen wichtige Gründe.

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Die Anreicherung mit dem Treibhausgas CO 2 durch Verbrennung fossiler Energieträger und der damit verbundene Klimawandel mit nicht zu berechnenden Folgen für die Umwelt, wird mittlerweile nicht mehr geleugnet, eine schnellstmögliche Reduktion und Abbau von CO 2 die einzige Gegenmaßnahme.

Die Automobilkonzerne setzen auf die Mobilisierung im asiatischen Raum und in den Schwellenländern. Die osteuropäischen und südamerikanischen Staaten sind durch die Abgaspolitik bzw. Besteuerung der „nicht schadstoffarmen Diesel und Benziner“ der Bundesrepublik in den Genuss gekommen ebenfalls an der „Automobilisierung“ durch die Aufnahme dieser Fahrzeuge zu partizipieren. Ein weiterer CO 2 Anstieg, wegen der Zunahme des Erdölverbrauchs, ist die Folge.

Die in naher Zukunft bevorstehende Erweiterung der Europäischen Union bringt zusätzliche land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen. Ein für die Zukunft enormes Potenzial zur Erzeugung von Lebensmitteln, aber vor allem auch an nachwachsenden Rohstoffen. Damit die Menschen am Wohlstand des westlichen Europa partizipieren können, ist es naheliegend, sie etwas erzeugen zu lassen was wir alle benötigen und sie an Grund und Boden bindet. Sonst droht eine Völkerwanderung ungeahnten Ausmaßes.

Es ist schon jetzt absehbar, dass der Kampf um Rohstoffe in vollem Gange ist. Eine schnellstmögliche Unabhängigkeit von diesen nur an wenigen Plätzen der Erde vorkommenden Lagerstätten im Sinne der Friedenserhaltung und Bewahrung unseres Lebensraumes ist unausweichlich.

Die scheinbaren, aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht, betrachteten Vorzüge fossiler Energieträger berücksichtigen nicht deren Folgekosten. Der Kollaps der Erdatmosphäre, so Hermann Scheer, ist vor restlicher Ausbeutung der Lagerstätten wahrscheinlich.

Die Rückbesinnung auf die Land- und Forstwirtschaft mit ihrem enormen Potential zur nachhaltigen Erzeugung von Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen gibt dauerhaft die Möglichkeit einer Vielzahl von Menschen Einkommen und Arbeit zu sichern.


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Rohstoff Ölsaat

Einer der dauerhaft und nachhaltig zu erzeugenden Rohstoffe ist das Pflanzenöl.

Ein Rapsfeld in der BlüteEs ist der einzige nachwachsende Energieträger der naturbelassen in Spezialmotoren bzw. umgerüsteten Dieselmotoren verwendet werden kann. Das bedeutet nicht, dass Pflanzenöl der alleinige Treibstoff zur Aufrechterhaltung des mobilen Verkehrs in der Zukunft sein soll. Doch gerade in Bezug auf ländlich geprägte Regionen ist es zurzeit die einzige realistische Alternative.

Pflanzenöl lässt sich direkt in der Region, ohne chemisch technische Umwandlung in hierfür angepassten Motoren fahren. Dies eröffnet dem Landwirt die Möglichkeit sich direkt und auch andere mit dem Treibstoff vom Acker zu versorgen.

Da Pflanzenöl zu den schwer entflammbaren Flüssigkeiten zählt und keiner Wassergefährdungsstufe zugeordnet ist, gibt es keinen problemloseren Treibstoff bezüglich seiner Lagerhaltung. Kostenaufwendige Sicherheits-vorrichtungen entfallen.

Die Lagerhaltung größerer Mengen (über 5000 Liter) ist bedenkenlos möglich und trägt dazu bei, Krisenzeiten oder Versorgungsengpässe zu überbrücken.

Ein zusätzliches sehr wichtiges Kriterium bei Einführung alternativer Treibstoffe wird der Aufbau einer flächendeckenden Versorgung sein. Dadurch das die umgerüsteten Fahrzeuge auch weiterhin mit Diesel (in beliebiger Mischung) weiterbetrieben werden können, fehlt Kritikern ein wesentliches Argument, nämlich die unzulängliche Versorgung.








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Versorgungsmengen

Es gibt die unterschiedlichsten Angaben bezüglich der Versorgungsmöglichkeiten mit pflanzlichen Ölen. Den künftigen Verbrauch an Treibstoffen zu berechnen ist wegen vieler Parameter recht schwierig.
Rasp im Kontrast mit dem Himmel

Es stellt sich die Frage nach der weiteren Mobilisierung insbesondere im asiatischen Raum und in Schwellenländern, wie effizient sind wir im Bereich der Herstellung sparsamer Motore, welche weiteren Alternativenergien werden sich demnächst auf dem Markt etablieren ? Dies sind nur einige wenige Fragen, die jegliche Diskussionen um die Eigenversorgungsmöglichkeit mit Treibstoff aus pflanzlichen Ölen in den Bereich der Spekulation abgleiten lassen. Beeindruckt hat die Aussage eines Agrarwissenschaftlers, dass zumindest der Treibstoffbedarf der heimischen Landwirtschaft durch die Eigenversorgung mit heimischem Pflanzenöl zu decken sei, eine nur annähernde Versorgung mit eigenem Erdöl jedoch unmöglich wäre.

Der Treibstoff Erdöl, mit seinen 100 Jahren Entwicklungsvorsprung, ist nicht innerhalb weniger Jahre abzulösen. Weiterhin auf die weltweite Versorgung mit Erdöl oder Erdgas zu setzen, fördert die Abhängigkeit der Schwellenländer von den Industrieländern, reduziert die Angebotsmenge und führt über kurz oder lang zu einem enormen Konfliktpotential.

Eine realistische Chance besteht aber mittelfristig über den Aufbau eines Pflanzenölversorgungsnetzes. Diese Treibstoffversorgung ist auch den weniger entwickelten bzw. finanzstarken Ländern und somit weltweit möglich.

Ölhaltige Pflanzen wachsen unter und über der Erde, als Bäume und Sträucher, als ein- und mehrjährige Pflanzen. Es gibt ca. 1000 verschiedenen Ölpflanzen. Nur ein Bruchteil davon wird bisher kultiviert oder ist hinreichend untersucht.

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Mit Hilfe der ölhaltigen Purgiernusssträucher (oder Jatropa-Nuss) lassen sich sogar Wüstenflächen begrünen, Ölpalmen und andere Ölpflanzen ergänzen Perma- bzw. Agro-Forstkulturen zur Wiederkultivierung brandge-rodeter Regenwaldflächen Südamerikas.

In der ökologischen Landwirtschaft (Bsp.: Mischfruchtanbau !) sollten Ölpflanzen ebenfalls einen wichtigen Stellenwert haben, um den Treibstoffbedarf der Maschinen zu decken.

Der Aufbau eines weltweiten Versorgungsnetzes mit „Pflanzenöltreibstoff“ bietet jedem Land die Möglichkeit, sich an der Erzeugung von Pflanzenöl zu beteiligen. Es kann sich seine Eigenversorgung zum Teil oder ganz sichern, oder hat die Möglichkeit des Exportes dieses weltweit benötigten Treibstoffs und somit einen Gegenwert zum Ausgleich der Handelsbilanzen.

In erster Linie würden davon eine Vielzahl von Menschen direkt über die landwirtschaftliche Erzeugung, aber auch die Herstellung und Verteilung profitieren.

Ob ein Tanker Erdöl oder Pflanzenöl transportiert, interessiert lediglich die Fische oder die Küstenanwohner und zwar im Falle einer Havarie. Denn Pflanzenöl wird von den Fischen aufgenommen und von Mikroorganismen zu 100 % abgebaut. Nach dessen Verbrennung in den Importländern entstehen lediglich Gase, die über die Atmosphäre ausgebreitet werden und weltweit zur Pflanzenproduktion zur Verfügung stehen. Ein Entzug von Nährstoffen aus den Ursprungsländern der Pflanzenöle findet nicht statt. Die Pressrückstände der Ölfrüchte können energetisch, zu Futterzwecken, für die menschliche Ernährung und /oder zu Düngezwecken eingesetzt werden.

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