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Rapsöl bei der Schweinefütterung

Argumente, die überzeugen!

Der Einsatz von Rapsöl bringt in der Schweinefütterung
fFerkel beim fressen des mit Rapsöl gemischten Futtersolgende positive Effekte:

Rapsöl erhöht die Energiedichte der Mischung und damit
die Energieaufnahme der Tiere

Rapsöl ermöglicht den Einsatz von Futtermitteln mit
geringer Energiedichte

Rapsöl deckt den Bedarf an essentiellen Fettsäuren

Rapsöl unterstützt die Versorgung mit fettlöslichen
Vitaminen

Rapsöl verbessert die Fließfähigkeit von pelletierten
Futtermischungen

Die Energiedichte von Rapsöl beträgt 36,7 MJ ME (Mega- Joule umsetzbare Energie) je kg. Sie ist damit fast dreimal so hoch wie die von Gerste (12.8 MJ ME). Eine hohe Energiedichte im Futter ist besonders bedeutsam für Mastschweine mit hoher Wachstumsrate, für Zuchtsauen während der Aufzucht des Nachwuchses und für Ferkel während der Aufzucht.

Bei Mastschweinen mit hohem Proteinansatzvermögen ist die Futteraufnahme der begrenzende Faktor für das Wachstum. Die hohe Energiedichte von Rapsöl bewirkt, dass bei gleich hohem Futterverzehr mehr Energie aufgenommen wird. Das genetisch vorhandene Wachstumspotenzial kann somit besser ausgeschöpft werden. Das führt zu einer besseren Nährstoffverwertung, geringeren Futterkosten und verminderten N- und P- Ausscheidungen je erzeugtem kg Schweinefleisch.

Ein Mähdrescher bei der RapsernteBei Zuchtsauen sind während der Aufzucht des Nachwuchses (auch als Lakation bezeichnet) sehr hohe Energiemengen für eine gute Aufzuchtsleistung (bei Ferkeln 64 – 70 MJ ME je Tier und Tag) und für die Erhaltung der Fruchtbarkeit erforderlich. Der Gewichtsverlust der Sauen sollte während der Lakation 15 kg nicht über- die Rückenspeckdichte am Ende der Säugezeit 15 mm nicht unterschreiten. Daher sind wegen des begrenzten Futteraufnahmevermögens der Sauen (besonders bei Jungsauen) hohe Energiedichten von > 13 MJ ME/ kg in den Mischungen erforderlich. Durch den Einsatz von Rapsöl kann die Energieversorgung leichter realisiert werden. Rapsöl beeinflusst auch die Fettsäurezusammensetzung der Milch positiv. Die Gehalte an Öl-, Linol- Linolensäure werden erhöht die an Palmitin- und Palmitoleinsäure reduziert.

Der höhere Linolsäuregehalt wirkt sich positiv auf den Gesundheitszustand und das Wachstum der Ferkel aus. Durch den Rapsöleinsatz werden somit die Aufzuchtsleistungen, die Belegungs- bzw. Trächtigkeitsraten und somit die Lebensleistung der Sauen verbessert.

Die Ferkel können Rapsöl dank bestimmter Enzyme sehr gut verdauen. Durch den Rapsöleinsatz wird die Verdaulichkeit der Organischen Substanzen, der Mineralstoffe und fettlöslichen Vitamine erhöht. Dazu kommt die beruhigende und entzündungshemmende Wirkung der Linolensäure, die bei Ferkeln ein schnelleres Wachstum und eine bessere Futterverwertung bewirkt.

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Dosierung und Einmischung

Rapsöl kann mit den üblichen Mischtypen den anderen Mischkomponenten beigegeben werden. Es lässt sich in trockene und fließfähige Futtermischungen einbeziehen. Bei Trockenfutter ist das Öl während des Mischvorgangs auf die Futterkomponenten und nicht an die Wände des Mischers aufzubringen. So wird ein Ankleben des Öls am Behälter vermieden. Bei flüssigen Futtermischungen wird das Rapsöl entweder vorab den Trockenkomponenten zugemischt oder direkt in den Mischbehälter dosiert.

Lagerung

Rapsöl kann in luftdicht verschlossenen Behältern über einen längeren Zeitraum (etwa 1 Jahr lang) gelagert werden. Es sollte vor direkter Sonneneinstrahlung und vor sehr starken Temperaturschwankungen geschützt werden. Bei Luftzutritt besteht die Gefahr der Oxidation (des Ranzigwerdens durch die Reaktion mit Sauerstoff). Deshalb sollten angebrochene Gebinde innerhalb von 3-5 Monaten verbraucht sein. Rapsöl besitzt ein spezifisches Gewicht von 0,91- 0,92 kg/l und ist bei Temperaturen von über -5 °C flüssig. Sein Erstarrungspunkt liegt bei -6 bis -12 °C.




Rapsöl besitzt ein günstiges Fettsäuremuster

Das Futterfett hat Einfluss auf die Fettqualität im Schlachtkörper. Dabei ist folgendes zu beachten:

Beim Schwein mit überwiegend enzymatischer Verdauung wird die Fettsäurenzusammensetzung des Depotfetts (Speck und Flomen) in hohem Maße durch die Fettsäurenzusammensetzung des Futterfettes beeinflusst.

Das Fettsäurenmuster ist bedeutsam für die Konsistenz, Oxidationsstabilität und den Geschmack des Schlachtkörperfettes und der daraus hergestellten Produkte.

Nachteilig sind in diesem Zusammenhang mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Polyenfettsäure), wie Linol- und Linolensäure, die zu einer weichen tranigen und zu geringer Oxidationsstabilität (schnelleres Ranzigwerden) führen.

Das Fettsäuremuster des Rapsöls ist im Vergleich zu Sojaöl günstiger für Mastschweine. In der Tabelle sind die Fettgehalte und prozentualen Anteile einzelner Fettsäuren wichtiger Futtermittel für Schweine aufgeführt.

Fettgehalte und prozentuale Anteile ausgewählter Fettsäuren von Rapsöl im Vergleich zu anderen Einzelfuttermitteln für Schweine

Futtermittel Fettgehalt Palmitinsäure Sterainsäure Ölsäure Linolsäure Linolensäure Linol- und Linolensäure
C 16:0
C 18:0
C 18:1
C 18:2
C 18:3
leer
Prozent im
Prozent im
Prozent im
Prozent im
Prozent im
Prozent im
g je kg Futtermittel
Futtermittel
Fett
Fett
Fett
Fett
Fett
leer
Rapsöl (00-Qualität)
99,6
5
2
55
17
10
269
Rapssaat
45,6
5
2
55
22
9
20
Rapskuchen
6,5
6
2
49
23
8
11
Rapsextaktionsschrot
3,5
8
2
49
23
8
558
Tierfett
99,6
28
17
44
6
1
70
Gerste/Weizen
1,9
23
1
12
57
5
12
Roggen
1,6
15
1
19
58
7
10
Mais
4,1
7
2
35
54
2
23
CCM
3,0
13
2
17
9
2
17
Tapiok
1,1
13
2
17
9
2
1
Hafer
5,8
15
1
28
35
2
21
Erbsen
2,3
13
2
14
40
7
11
Ackerbohnen
1,4
13
2
21
55
6
9


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Einsatzempfehlungen für Rapsöl in der Schweinefütterung

Für Futterzwecke sind nur Rapsöle, die von Rapssorten mit 00- Qualität stammen, geeignet. Öl aus deutschen 00- Rapssorten weist Erucasäureanteile von weniger als 1,5% an den Gesamtfettsäuren auf.

Die zu empfehlende Rapsölmenge für Mastschweine hängt vor allem vom Polyensäurengehalt der übrigen Mischbestandteile ab. Dabei ist folgendes zu berücksichtgen:

Die Polyensäuren werden im Depotfett angereichert. Ihre Konzentration ist deshalb bei gleichem Polyensäurenverzehr bei Tieren mit geringerer Depotfettmenge höher. Außerdem ist ihre Konzentration in den einzelnen Fettgeweben verschieden und im Rückenspeck besonders hoch.

Der Polyensäuregehalt des Rückenspecks darf 15% von dessen Gesamtfettsäurenmenge nicht überschreiten. Das ist erreichbar, wenn die Polyensäurengehalte in den Futtermischungen unter 18-21g je kg Futter (bezogen auf 88% Gesamtanteil) bleiben.

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Mischung Vormast (58% MFA)

Gerste
24%
Weizen
30%
Triticale
20%
Soja HP
12%
Raps- Extraktionsschrot
8%
Rapsöl
2%
Mineralfutter
4%

Mj Me 13,3 Rohprotein 178 g
Lysin 10,9 g Rohfett 40 g

Die stärkere Begrenzung gilt für Mastschweine mit geringerem Fettansatz (hohem Magerfleischanteil) und vor allem für weibliche Tiere und Tiere mit relativ geringem Mastendgewicht. Die Polyensäurengehalte in den Futtermischungen sollten bei Rapsöleinsatz bilanziert werden. Das kann anhand der Werte aus der vorstehenden Tabelle oder mit entsprechenden PC- Fütterungsprogramm, die die Werte enthalten, erfolgen.

Daraus ergeben sich für durchschnittliche Bedingungen in Abhängigkeit von der Rationszusammensetzung folgende Einsatzempfehlungen:

2 - 3% Rapsöl bei Futtermischungen auf der Basis von Getreide (Gerste, Weizen, Roggen und Triticale) außer Hafer

3 - 4% Rapsöl bei Futtermischungen auf der Basis von Getreide und Taipoka (Taipokaanteil 20 - 25% der Ration)

0 - 1% Rapsöl bei Futterrationen auf der Basis von Körnermais bzw. CCM

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Empfehlungen für Zuchtsauen

Der Einsatz von Rapsöl ist nur für laktierende Sauen zu empfehlen. Die Einsatzmenge kann mit 3 – 6% Rapsöl in der Gesamtfuttermischung angegeben werden. Die Rapsölfütterung sollte zwei Wochen vor dem Abferkeln beginnen und bis zum Absetzen der Ferkel bzw. zur Wiederbelegung der Sau fortgesetzt werden.

Mischung Sauen

Gerste
60%
Weizen
15%
Soja HP
10%
Raps- Extraktionsschrot
6%
Rapsöl
6%
Mineralfutter
3%
Mj Me 13,9 Rohprotein 159 g
Lysin 9,5 g Rohfett 79 g

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Empfehlungen für Ferkel

Aufgrund der hohen Verdaulichkeit kann Rapsöl im Beifutter für Saugferkel enthalten sein. Für Absatzferkel kann die Einsatzmenge noch etwas gesteigert werden. Die Einsatzempfehlung lautet:

2 - 3% Rapsöl in Futtermischungen für Saugferkel

3 - 4% Rapsöl in Futtermischungen für Abstzferkel

Ein Jungferkel aus einer mit Rapsöl gefütterten Aufzucht

Mischung Ferkel

Gerste
22%
Weizen
50%
Soja HP
12%
Raps- Extraktionsschrot
8%
Rapsöl
4%
Mineralfutter
4%
Mj Me 13,6 Rohprotein 173 g
Lysin 11,3 g Rohfett 61 g

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